Wann ist eine Verpackung wirklich umweltfreundlich?

Viele Verpackungen tragen heute das Prädikat „umweltfreundlich“ oder „grün“, aber die wenigsten wissen, was darunter tatsächlich zu verstehen ist.

Wann ist eine Verpackung also wirklich umweltfreundlich?

Die Europäische Abfallrichtlinie 2008/98/EC gibt mit der sog. Abfallhierarchie Hinweise darauf. Nach dieser Hierarchie, sind gewisse Maßnahmen im Bereich der Abfallvermeidung und -bewirtschaftung höher zu bewerten als andere. Konkret sieht diese Hierarchie so aus:

Abfallhierarchie der Europäischen Union
Quelle: Europäische Abfallrichtlinie 2008/98/EC

Der Vermeidung von Abfall ist demzufolge der Vorrang vor allen anderen Maßnahmen zu geben, die Beseitigung steht an letzter Stelle, sollte also das letzte Mittel sein.

Viele Verpackungen werden heutzutage mit der Begründung als umweltfreundlich bezeichnet, dass sie biologisch abbaubar sind. Damit wird allerdings nur der untersten Stufe der Hierarchie, der Beseitung, Rechnung getragen.

Auch die sog. Biokunststoffe zählen hierzu, die i.d.R. durch Fermentation von Glukose, also Zucker, hergestellt werden. Zucker ein nachwachsender Rohstoff und die Verpackung ist biologisch abbaubar. Eines sollte man dabei jedoch nicht außer Acht lassen: für die Herstellung der Verpackung werden Nahrungsmittel verwendet, die in anderen Teilen der Welt fehlen und es werden Wälder für die Schaffung von Anbauflächen gerodet. Hierfür wird die Natur zerstört.

Verpackungen, die auf recyceltem Material basieren, sind da schon höher zu bewerten. Hier werden Abfälle wieder zu Rohstoffen, so dass natürliche Ressourcen geschont werden und weniger CO2 ausgestoßen wird. Sind diese Verpackungen dann wiederum erneut recycelbar, stehen sie nach Gebrauch wieder als Rohstoff zur Verfügung.

Auch die Wiederverwendung von Verpackungen ist hoch zu bewerten. Beispielsweise Verpackungen, die für den Hin- und Rückversand verwendet werden können.  Auch dies spart Ressourcen.

Durch Verpackungsoptimierung wiederum lässt sich von Vorneherein Verpackungsmaterial einsparen. Viele Verpackungen sind überdimensioniert und bieten mehr Schutz als eigentlich benötigt wird. Vielmals lässt sich hier am Material und so auch am Verpackungsvolumen sparen. Letzteres wiederum spart Transportvolumen und trägt so zu einer Reduzierung der CO2-Emissionen bei.

Umweltverträglichkeit allein macht eine Verpackung jedoch noch lange nicht zu einer nachhaltigen Verpackung. Dies ist sie nur, wenn soziale, ökonomische und Umwelt-Aspekte zusammenspielen. D.h. eine wirklich nachhaltige Verpackung muss in ihrer Gesamtbilanz umweltverträglich, sozialverträglich und ökonomisch attraktiv sowohl für den Hersteller und den Verbraucher sein.

Mehr Informationen findet Ihr im http://www.verpackungsblog.com/ oder auf http://www.pack2000.de/


Kommentare

Wann ist eine Verpackung wirklich umweltfreundlich? — 1 Kommentar

  1. Sehr schöner Beitrag, der von viel mehr Menschen gelesen werden sollte. Bio und Nachhaltigkeit sind zwar große Themen, aber die meisten beschäftigen sich nur oberflächlich damit. Ich wusste auch nicht, dass das oberste Ziel Vermeidung von Müll ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.