Biologisch abbaubare Verpackungen: Hype oder Heilsbringer?

Biologisch abbaubare Verpackungen werden spontan von den meisten als besonders umweltfreundlich eingestuft.  Sie können durch Mikroorganismen bzw. Enzyme in Wasser, Kohlenstoffdioxid und Biomasse zersetzt werden, was auf den ersten Blick ökologisch sinnvoll erscheint. Aber sind sie wirklich die Lösung unserer Probleme? Kürzlich sind wir auf einen Artikel gestoßen, der mit 5 Mythen über biologische Abbaubarkeit aufräumt und zu einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Thema anregt.

Hier ein paar Punkte, über die es sich lohnt, nachzudenken:

1. Heißt biologisch abbaubar, dass sich die Verpackung nach dem Wegwerfen auflöst, ohne Spuren zu hinterlassen? Nein. Denn nur weil eine Verpackung theoretisch biologisch abgebaut werden könnte, heißt das noch lange nicht, dass sie das auch tatsächlich tut. Es kommt ganz auf die Umwelt-Bedingungen an, unter denen die Verpackung abgebaut werden soll. Denn nicht alle Bioverpackungen werden in industriellen Kompostieranlagen entsorgt, in denen sie unter optimalen Bedingungen abgebaut werden. So kann es u.U. Jahre dauern, bis sie tatsächlich zerfallen. Werden sie wiederum in Mülldeponien entsorgt, werden sie unter anaeroben Bedingungen zersetzt, was jedoch Treibhausgase erzeugt und so wiederum andere unerwünschte Spuren an der Umwelt hinterlässt.

2. Lösen biologisch abbaubare Verpackungen tatsächlich unser Müll-Problem? Ist es wirklich der richtige Ansatz, biologisch abbaubare Verpackungen als die Lösung unseres Müll-Problems zu betrachten? Die Bezeichnung „biologisch abbaubar“ suggeriert uns „wegwerf-freundliche“ Verpackungen. Aber ist nicht viel mehr die Müll-Erzeugung an sich unser eigentliches Problem? Sind biologisch abbaubare Verpackungen da vielleicht ein Schritt in die falsche Richtung?

3. Müssen Verpackungsmaterialien zukünftig alle biologisch abbaubar sein? Die biologische Abbaubarkeit stellt rein auf die endgültige Entsorgung des Verpackungsmaterials ab. Aber ist es nicht mindestens genauso wichtig, durch Recycling den Wert des Materials so lange zu erhalten, wie möglich, bevor man sich um dessen Entsorgung sorgt?

Wir finden, es lohnt sich, über diese Punkte nachzudenken. Eine biologisch abbaubare Verpackung kann nicht von sich aus gut oder schlecht für die Umwelt sein. Sie können dazu beitragen, die Umweltproblematik zu entschärfen, aber dennoch gibt es viele Punkte, die es wert sind, bedacht zu werden. Für wirklich umweltfreundliche Verpackungen ist daher ein ganzheitlicher Denkansatz nötig. Wiederverwendbarkeit, recycelbare Materialien und die Gestaltung der Verpackung so, dass so wenig Abfall wie möglich entsteht, seien nur einige wenige Stichpunkte.

Wer an dem Artikel „5 Mythen über biologische Abbaubarkeit“ interessiert ist, kann diesen hier nachlesen.

Weitere Informationen finden Sie entweder auf dem Verpackungsblog.com unter www.verpackungsblog.com oder bei der PACK2000 Verpackungssysteme GmbH unter www.pack2000.de


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