Für Sie gefunden: biologische Schutzverpackungen auf Pilzbasis. Wie geht das?

Vor einigen Woche erreichte Europa eine interessante Nachricht aus den USA: Die Firma Dell benutzt Schutzverpackungen als Formteile aus einem ungewöhnlichen Material, nämlich aus Pilzen. Dabei handelt es sich um eine patentierte Verpackung eines amerikanischen Herstellers. Wir haben uns die Verpackungen aus diesem Material für Sie angesehen. Hier ein kurzer Bericht mit einigen Hintergrundinfos zum Produkt.

Der Zoll schaute genau nach! Nachdem uns das Paket mit Mustern nach einigen Verzollungsschwierigkeiten endlich erreichte, packten wir hastig aus, um es endlich live zu sehen: Wie kann sie aussehen und wie fühlt sie sich an, eine Verpackung, welche aus Pilzen und anderen biologischen Materialien wie Buchweizen, Hafer oder Baumwollresten, zu festen Schutzverpackungen formiert wird.

Erster Eindruck: Die Formteile sind fest und weisen eine überwiegend weiße, leicht vergilbte Oberfläche auf, auf der man die Reste von Hafer sehen konnte. Die Oberfläche kratzt nicht, wirkt kompakt. Die Konkturen sind nicht so exakt geradelinig wie man es vom Styropor, EPP oder PE-Schaum gewohnt ist. Dies ist aber nicht verwunderlich. In der Hand halten wir schließlich kein chemisches, exakt in eine Form gepresstes oder gestanztes Produkt, sondern eine Verpackung, die in die gewünschte Form „wächst“. Es fällt uns aber sofort auf, dass die Verpackung deutlich schwerer ist als vergleichbar große Formteile aus EPS oder PE-Schaum.

Wie entsteht ein Formteil aus Pilzen? Wir haben es schon kurz vorweg genommen: es wächst aus Pilzen und anderen biologischen Zusatzstoffen. Präziser ausgedrückt geht es so vor: Das Fadengeflecht von Pilzen (Myzel – also das Wurzelgeflecht) wächst ohne Zugabe von Wasser in einem Zeitraum von 5-7 Tagen um eine bestimmte Biomasse rum (Reste aus Hafer, Baumwolle, Weizen). Das Wachstum erfolgt dabei in Formbehältern. Damit wird also das Design der Verpackung bestimmt. Vom Prinzip basiert es auf einer ähnlichen Logik wie bei anderen Schutzverpackungsformteilen auch: die Verpackungsform entsteht in einem „Negativwerkzeug“.

Sie fragen sich sicher wie stoppt man das Wachstum? Denn keiner will, dass seine Verpackung wächst, wenn sie im Lager auf den Einsatz wartet. Keine Angst! Nach der Wachstumsphase wird die Verpackung durch einen heißen Ofen geschickt. Die Hitze tötet alle Bioorganismen ab und die Verpackung behält so Ihre gewünschte Form.

Gegenüber ihren chemischen „Konkurentinnen“ besitzt die Verpackung neben dem biologischen noch einen anderen Vorteil. Sie ist nicht, bzw. nur sehr schwer entflammbar, wie z.B in diesem Video sehr gut zu sehen ist:

[tube]3CT1FiPrhOY[/tube]

Unser Fazit: Eine interessante Neuigkeit, welche hier und da, im Zeitalter der steigenden Nachfrage nach nachhaltigen Verpackungen sicherlich ihre Nische findet. Gegenwärtig ist das Produkt nur in den USA zu finden und wegen der Charakteristik des Produktionsprozesses sicherlich nur für Produkte geeignet, welche in niedrigeren Stückzahlen vom Band laufen. Da das Produkt relativ schwer und nicht ineinander stapelbar ist, konnten wir in Punkto Lagerplatz- und Transportkostenersparnis keine Vorteile gegenüber EPS oder EPP erkennen. Die Vorteile sehen wir gegenwärtig rein in der biologischen Nachhaltigkeit der Verpackung. Und diese lassen sich heutzutage hervorragend marketingtechnisch anpreisen.

Weitere Informationen finden Sie entweder auf dem Verpackungsblog.com unter www.verpackungsblog.com oder bei der PACK2000 Verpackungssysteme GmbH unter www.pack2000.de

 

 


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